Gerade Anfänger neigen auch im 3D Druck dazu, immer dieselben Fehler zu machen. Egal ob man mit dem Zeichnen beginnt, mit der Fotografie oder eben mit dem 3D Drucken: Es gibt wie bei jedem Hobby eine erste Phase in welcher man sich mit dem Gerät, einer Software oder mit dem Material vertraut machen muss. Wir haben 5 Tipps zusammengestellt, welche jedem Anfänger im 3D Druck helfen, diese erste Phase schneller zu überbrücken.  

Wie lange diese erste Lernphase dauert, liegt ganz allein bei dir: Wie funktioniert eigentlich der 3D Drucker? Wie sehr achtest du auf das Verhalten des Materials? Welche Einstellungen kann meine Software abdecken? Wer sich diese Fragen nicht bewusst stellen möchte und so selbst versucht die Antwort zu finden, dem werden auch die folgenden Tipps nicht helfen. Wenn ich nicht wissen will, wie ich den Bleistift spitzen kann, dann wird die nächste Skizze keine schönen Konturen haben. Und wenn der Fotograf nur mit Automatik fotografiert, dann wird er Fotos mit Bewegungen nie wirklich scharf bekommen. 

Hier nun typische Anfängerfehler mit 3D Druck – die 5 Tipps gibt es zusammengefasst am Ende der Seite. 

Sofort schwierige Teile drucken 

Es geht allen so mit der Euphorie: Der 3D Drucker ist endlich da und nun soll es losgehen. Und wie! Man hat den 3D Drucker schließlich gekauft, um die gesamte Pinterest-Wall durch zu drucken, welche man sich in der Wartezeit bereits zurechtgelegt hat. Aber wer erfolgreich auch schwierige Teile drucken möchte, der muss mit einfachen Formen beginnen. Warum ist das wichtig? 

Das Drucken von einfachen Bauteilen, wie etwa einem X-Y-Z Würfel ist wichtig, um sich mit dem Drucker, dem Material und der Software wie z.B. Simplify3D vertraut zu machen. 

Drucker nicht richtig kalibrieren 

Der 3D Drucker ist eine Kombination aus Hard- und Software, welche perfekt miteinander abgestimmt sein muss. Fehler können aus den verschiedensten Gründen entstehen, deshalb ist es wichtig, dass man sich bei der Hardware sicher ist, dass alles richtig eingestellt und funktionsfähig ist. 

Drucke deshalb einfache Teile und nutze die ersten Druckteile, um den Drucker richtig zu kalibrieren. Dabei gilt es, die Druckplatte eben auszurichten und mit der Höheneinstellung zu testen. Gerade aufgrund einer falschen Einstellung der Druckplatte kann es zum sogenannten “warping” kommen und bedeutet, dass das Material auf der Druckplatte nicht haften bleibt. Eine klassische Folge von typischen Anfängerfehlern. 

 

Material nicht kalibrieren 

Die Druckmaterialien sind zum Großteil chemisch hergestellt und weisen somit unterschiedliche Zusammensetzungen auf. Jedes Material hat also andere Eigenschaften. Und damit ist nicht der Unterschied zwischen den Materialien PET, PLA oder ABS gemeint. Nein, sondern allein zwischen den Herstellern selbst, der Art von Farben usw. 

Deshalb nimm dir die Zeit und erstelle für jedes Material ein eigenes Setup, welches du dann jeweils für den Druck verwenden kannst. 

 

Füllung und Stützen werden unterschätzt 

Die Verwendung von Stützen, die Art und Menge der Füllung eines Modells ist ein entscheidender Part beim 3D Druck. Wer Modelle mit großen Überhängen druckt, hohlen Räumen, Röhre usw. Kommt um die Verwendung von Stützen nicht vorbei. Die gängigsten Software-Programme für den Druck bieten automatisierte Erstellung von Stützen auf Basis definierter Regeln (z.B. einem maximalen Überhang ohne Stützen) an. Dennoch gilt es, sich mit den Einstellungsmöglichkeiten zu spielen und sich die Anzahl und die Positionierung aller Stützen anzusehen und zu bewerten. 

Keine Analyse des Druckvorganges 

Bevor die Druckdatei abgespeichert wird, analysiere den Druckvorgang. Jede Schicht und besonders die kritischen Bereiche müssen genau analysiert werden: Wie verläuft die Schicht? Werden die Schichten geschlossen oder gibt es im Außenbereich leere Stellen? Wie sieht der Bereich mit Überhang aus, wo es keine Stützen gibt? Wird jeder Bereich mit genügend Schichten geschlossen? 

Gerade bei komplexen Figuren ist ein geschultes Auge notwendig. Und das geschulte Auge bekommt man vor allem durch viele gemachte Fehler und ebenso viele Erfolgserlebnisse aufgrund der darauf erfolgten Anpassungen. 

Das Erfolgserlebnis ist nicht das fertige Modell, sondern das Geglückte. Deshalb nimm dir die Zeit und habe Freude mit der Technik und der Software. Dann wirst du mit perfekt gedruckten Teilen überzeugen. 

„Das Erfolgserlebnis ist nicht das fertige Modell, sondern das Geglückte.“

Die 5 Tipps für Anfänger zusammengefasst: 

  1. Drucke zu Beginn einfache Teile 
  2. Drucker richtig kalibrieren 
  3. Material richtig kalibrieren 
  4. Füllung- und Stützeinstellungen testen 
  5. Druckvorgang analysieren